In neun Missionen müssen Sie nun diesen Zeitgenossen durch meist sehr umfangreiche Level steuern und dabei Informationen sammeln – und das möglichst lautlos. Sam verfügt zwar über eine schallgedämpfte Pistole und ein Sturmgewehr, mit dem sich nicht nur tödliche Munition, sondern auch Gummigeschosse und Minikameras abfeuern lassen, aber man sollte eher im Verborgenen bleiben, statt eine Schießerei anzuzetteln, denn – Sam hält nicht viele Treffer aus! Außerdem: Bei Splinter Cell hat der Spieler eine Vielzahl von Möglichkeiten, getarnt zu bleiben, oder Gegner aus dem Hinterhalt zu attackieren.
Wie das geht, lernen Sie in der Tutorial-Mission, dem Trainingsgelände. Hier erlernen Sie dann Sams gesamtes Bewegungsrepertoire – und das ist groß. Sie können Sams Laufgeschwindigkeit mittels Mausrad regulieren, dabei kann er eigentlich alles, was ein normaler Mensch auch kann: schleichen, gehen, traben, rennen… Aber unser Spezial-Agent kann noch mehr. Er kann neben den Standarddingen wie kriechen, Leitern hochklettern, springen, hinter Wänden in Deckung gehen und schießen, etc., außerdem noch spezielle Manöver, wie sich zum Beispiel an einem Seil herablassen oder zwischen zwei Wänden, à la „Mission Impossible“, einen Spagatsprung vollführen. Letzteres wäre beispielsweise eine Möglichkeit einen Gegner aus dem Hinterhalt anzugreifen. Wie? Sie lassen sich aus Ihrem Spagat nach unten auf einen ahnungslosen Gegner fallen – dieser ist dann k.o..
Wo wir schon beim nächsten Thema sind: Werden tote oder bewusstlose Gegner von ihren KI-Freunden gefunden, wird meist ein Alarm ausgelöst und man macht sich auf die Suche nach dem Eindringling. Dies hat unweigerlich zur Folge, dass das Spiel schwieriger wird. In einigen Missionen hat ein ausgelöster Alarm sogar ein abruptes Fehlschlagen der Mission zur Folge. Generell ist es besser unentdeckt zu bleiben und ausgeschaltete Gegner in dunklen Ecken des Spiels zu verstecken. Wie das am besten geht? Nun ja, man sollte laute Geräusche vermeiden, und sich langsam fortbewegen – schleichen. Gehen Sie beispielsweise über eine zertrümmerte Glasflasche, werden nahestehende Wachen herausfinden wollen, was das Geräusch ausgelöst hat. Wenn Sie dann nicht schnell genug im Schatten oder in einer Nische verschwunden sind, werden Sie entdeckt und ein Alarm wird ausgelöst. Schlimmstenfalls werden Sie getötet.
Apropos Schatten: Wie gut Sie für Ihre Gegner sichtbar sind, verrät Ihnen eine Anzeige am rechten, unteren Bildschirmrand: steht der Zeiger ganz links, so sind Sie Eins mit der Dunkelheit, steht der Zeiger jedoch weiter rechts, sollten Sie zusehen, aus dem Licht zu kommen. Das können Sie auf verschiedene Arten bewerkstelligen: Sie könnten, wie jeder normale Mensch, den Lichtschalter umlegen, oder aber mit Ihren Schallgedämpften Waffen im wahrsten Sinne des Wortes die Lichter auspusten. Ersteres hat den Nachteil, dass Wachen, das Licht jederzeit wieder anschalten können, letzteres, dass Wachen durch kaputte Lampen misstrauisch werden. Unter Ihrer „Sichtbarkeits-Anzeige“ wird außerdem angezeigt welche Waffe Sie momentan griffbereit haben und wie viel Munition Ihnen dafür zur Verfügung steht.
Oft lässt sich der Konfrontation mit Gegnern nicht aus dem Weg gehen. Dann haben Sie mehrere Möglichkeiten der Lage Herr zu werden. Entweder Sie zücken Ihr Sturmgewehr und erledigen nach Rambo-Art Ihre Gegner mit ein paar gezielten Salven oder Sie schleichen in Spezial-Agenten-Manier an den Gegner heran und nehmen Ihn in den Schwitzkasten. Letzteres ist zu empfehlen, da Sie erstens ein paar lustige Dialoge mit einer Prise schwarzen Humors erleben dürfen und zweitens, weil Ihre Widersacher oft wichtige Informationen, wie zum Beispiel Tür-Codes ausspucken. An einigen Stellen im Spiel ist es sogar notwendig sich einen bestimmten Gegner zu packen, um diesen dann vor einen Retina-Scanner zu schleppen und so durch verschlossene Türen zu kommen. Keine Angst: Sie erhalten genug Informationen, um die gesuchte Person zu identifizieren – meist sind es höhergestellte Generäle oder persönliche Leibwächter der Oberschurken. Wenn Sie die gewünschten Informationen haben oder durch die Netzhautscanner gelangt sind, können Sie den Gegner mit einem Schlag Ihrer Pistole ins Reich der Träume schicken.
Splinter Cell bietet dem Spieler zu coolen Moves zusätzlich noch ein paar echt sinnvolle Gadgets. Zu Standardgerätschaften wie Dietrich, Splitter- und Blendgranaten haben Sie außerdem kleine Minikameras, die Sie mit Ihrem Gewehr verschießen können. So können Sie beispielsweise gefahrlos erhaschen, was sich hinter der nächsten Ecke verbirgt. Kleiner Tipp am Rande: Auf kurze Distanz können Sie diese kleinen Kameras auch als Waffe verwenden, dabei müssen Sie allerdings auf den Kopf zielen. Zusätzlich stehen Ihnen ein Lasermikrofon, ein Kamerastörsystem, Elektroschockgeschosse, CS-Gas-Granaten und Gummigeschosse zur Verfügung. An dieser Stelle möchte ich Sie allerdings auf den, meiner Meinung nach einzigen, Kritikpunkt hinweisen: Das wechseln zwischen den einzelnen Gegenständen dauert sehr lange. Möchten Sie von Ihrer Pistole schnell zum Gewehr wechseln, müssen Sie erst das Inventar aufrufen, das Gewehr auswählen und dann schließlich das Gewehr von Ihrem Rücken nehmen. Glauben Sie mir – das dauert lange – zu lange, wenn gerade unerwartet eine Horde Gegner durch die Tür gestürmt kommt. Um noch einmal kurz auf eins der, oben genannten, Gadgets in Verbindung mit Gegnerhorden zurückzukommen: Elektroschockgeschosse, auch Teaser genannt, kann man am effizientesten nutzen, wenn ein paar Gegner in einer Pfütze stehen. Einfach den Teaser in die Lache schießen und man hat gleich eine Gruppe von Gegnern erledigt.
Jetzt noch ein paar allgemeine Angaben: Splinter Cell ist ein Spiel für Menschen, die nicht so auf Ballerorgien stehen oder einfach mal etwas neues ausprobieren wollen. Es ist natürlich jedem selbst überlassen, wie er Splinter Cell spielt, jedoch kann man, wenn man es schlau anstellt, jedes Level beenden ohne auch nur einen Alarm auszulösen oder jemanden getötet zu haben. Das Spiel ist also nicht aufs Schießen, sondern eher auf Taktik ausgelegt. Die Steuerung in Splinter Cell funktioniert standardgemäß wie in jedem anderen Spiel über die Tasten W, A, S, D + Maus und ein paar anderen Tasten für spezielle Manöver. Der Schwierigkeitsgrad ist teils sehr happig, da es wenig Munition und Erste-Hilfe-Kästen gibt, aber durchaus zu schaffen. Die Grafik ist heutzutage nicht mehr auf dem neusten Stand – klar. Aber verstecken muss sie sich auch nicht: Schicke Licht- und Schatteneffekte machen das Spiel zu einem echten Hingucker. Ähnlich gut fällt auch der Sound aus: Die deutsche Synchronstimme von Nicolas Cage hat Sam Fisher nämliche seine Stimme verliehen. Saftige Schuss- und Explosionsgeräusche und sehr nett synchronisierte Dialoge machen Splinter Cell zu einem coolen Sounderlebnis.
| Abschließendes Fazit: Splinter Cell sollte für ambitionierte Spieler ein absolutes Must-Have sein – Speizialmoves, Hightech-Gerätschaften und ein absolut cooler Sam Fisher! |